Kein Weiter so, bitte!

Die Wählerinnen und Wähler haben die Karten neu gemischt: Kein Weiter so. Macht was Vernünftiges draus. Keine Spielchen bitte. Kein Malen nach Zahlen.

Vieles ist in der Vergangenheit nicht oder nicht ernsthaft angepackt worden. In diesem Jahrzehnt entscheidet sich, ob wir die Kurve kriegen und einen zukunftsfähigen Pfad einschlagen – oder ob die Chancen verpasst werden. „Nie gab es mehr zu tun“ war auf den Wahlplakaten einer Partei zu lesen. Wir wissen was zu tun ist, eigentlich. Jedenfalls können wir es wissen. Und wir ahnen, dass es nicht leicht wird. Das Wahlergebnis vom 26.09. zwingt politische Konkurrenten, sich bei allen Unterschieden zusammen zu raufen und gute Lösungen für den Kurswechsel zu finden. Es sieht so aus, als ob das gelingen kann.

Den Weckruf von Antonio Guterres zur Eröffnung der 76. Generalversammlung der Vereinten Nationen sollten alle ernst nehmen, die über unsere Gegenwart und die Zukunft der nächsten Generationen zu entscheiden haben. Hier Auszüge aus der Rede des UN-Generalsekretärs vom 21. September 2021:

Weckruf von Antonio Guterres

„Ich bin hier, um Alarm zu schlagen: Die Welt muss aufwachen.

Wir stehen am Rande eines Abgrunds - und bewegen uns in die falsche Richtung.

Unsere Welt war noch nie so bedroht wie heute.

Oder mehr gespalten.

Wir stehen vor der größten Kaskade von Krisen, die wir je erlebt haben.

Die COVID-19-Pandemie hat die krassen Ungleichheiten vergrößert.

Die Klimakrise überrollt den Planeten.

Unruhen von Afghanistan über Äthiopien bis zum Jemen und darüber hinaus haben den Frieden vereitelt.

Eine Welle von Misstrauen und Fehlinformationen polarisiert die Menschen und lähmt die Gesellschaften.

Die Menschenrechte stehen unter Beschuss.

Die Wissenschaft steht unter Beschuss.

Und wirtschaftliche Rettungsmaßnahmen für die Schwächsten kommen zu wenig und zu spät - wenn sie überhaupt kommen.

Es fehlt an Solidarität - gerade dann, wenn wir sie am meisten brauchen.

Vielleicht ist es ein Bild, das die Geschichte unserer Zeit erzählt.

[...]

COVID und die Klimakrise haben tiefgreifende Schwächen unserer Gesellschaft und unseres Planeten offenbart.

Doch statt Demut angesichts dieser epochalen Herausforderungen sehen wir Hybris.

Anstelle des Weges der Solidarität befinden wir uns in einer Sackgasse der Zerstörung.

Gleichzeitig breitet sich in unserer heutigen Welt eine andere Krankheit aus: die Krankheit des Misstrauens.

Wenn die Menschen sehen, dass die Verheißungen des Fortschritts durch die Realitäten ihres harten täglichen Lebens zunichte gemacht werden...

Wenn sie sehen, dass ihre Grundrechte und Freiheiten beschnitten werden...

Wenn sie die Korruption im Kleinen wie im Großen um sich herum sehen...

Wenn sie sehen, wie Milliardäre in den Weltraum fliegen, während Millionen auf der Erde hungern...

Wenn Eltern eine Zukunft für ihre Kinder sehen, die noch düsterer aussieht als die Kämpfe von heute...

Und wenn junge Menschen überhaupt keine Zukunft sehen...

[...]

Jetzt ist es an der Zeit, Hoffnung zu wecken.

Und ich habe Hoffnung.

Die Probleme, die wir geschaffen haben, sind Probleme, die wir lösen können.

Die Menschheit hat gezeigt, dass wir zu großen Dingen fähig sind, wenn wir zusammenarbeiten.

[...]

Guterres beleuchtet im Folgenden sechs große Themen, die dringend angepackt werden müssen: Frieden.  Menschenrechte.  Menschenwürde für alle.  Gleichheit.  Gerechtigkeit. Solidarität.
Er schließt seinen Appell mit diesen Worten:

Dies ist unsere Zeit.

Ein Moment der Transformation.

Ein Zeitalter, um den Multilateralismus neu zu beleben.

Ein Zeitalter der Möglichkeiten.

Lassen Sie uns das Vertrauen wiederherstellen.  Lassen Sie uns Hoffnung wecken.

Und lassen Sie uns jetzt damit beginnen.“

Den vollständigen Text können Sie hier herunterladen.

Den englischen Originaltext finden Sie hier.

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