Podiumsgespräch: Finanzströme umlenken. Was zu tun ist.

Engagiert und nachdenklich. Von links nach rechts: Ingo Scheulen (Vorsitzender ökofinanz-21), Dr. Gerhard Schick (MdB Grüne), Markus Duscha (Fair Finance Institute), Sabine Pex (ISS-ESG und Vorstandsmitglied beim FNG), Dr. Marcel Malmendier (Geschäftsführer Qualitates GmbH), Edda Schröder (Invest-in-Visions Mikrofinanz-Fonds), Georg Schürmann (Geschäftsleiter Deutschland der Triodos Bank), Prof. Dr. Günther Bachmann (Geschäftsführer, Rat für Nachhaltige Entwicklung)


Dr. Marcel Malmendier (Berater und Geschäftsführer des Haftungsdachs Qualitates GmbH) eröffnete als Moderator die Runde mit sechs Fachleuten mit der Frage: „Glauben Sie, dass das Ziel noch zu erreichen ist, die Klimaerwärmung auf 2 Grad zu begrenzen?“ Die Antworten fielen unterschiedlich aus – von nein, es ist nicht mehr zu schaffen bis ja, sogar 1,5 Grad-Begrenzung ist erreichbar. Einig waren sich alle Diskussionsteilnehmer*innen, dass es entscheidend darauf ankomme, ob der ernsthafte Wille vorhanden ist. Einerseits gebe es positive Anstöße seit dem Pariser Klimaabkommen und der Initiative aus der EU-Kommission, einen Pfad für Sustainable Finance einzuschlagen. An dem angestoßenen Prozess beteiligen sich unter anderem auch die Teilnehmer*innen auf dem Podium – und auch ökofinanz-21.

Andererseits sei dieser Prozess angesichts der Dringlichkeit viel zu langsam, um zu wirken. Zudem überhole der Nachholbedarf an Energie vor allem in den Schwellenländern die zaghaften CO2-Reduzierungen in Europa. Kurz vor der Tagung war Dr. Gerhard Schick (MdB Grüne) mit einer breit aufgestellten „Bürgerbewegung Finanzwende“ an die Öffentlichkeit gegangen. Hintergrund sei gerade die begrenzte Wirkung, die von den Oppositionsbänken im Bundestag möglich sei. Auf die Frage, ob nicht der extrem lange und trockene Sommer 2018 und zunehmende Extremwetterlagen den Ernst der Lage für alle spürbar mache, wandte Schick ein, dass auch die verheerende Finanzkrise von 2008 nicht zu einer grundlegenden Neuausrichtung des Finanzwesens geführt habe. In der Debatte ging es darum, wie die Kräfte in der Gesellschaft wirksam gebündelt werden können, damit es zu einer baldigen radikale Umsteuerung komme. Das Zeitfenster sei offen.

Das Gespräch ist in voller Länge bei Youtube zu sehen und zu hören: https://www.youtube.com/watch?v=6T7DA2DWKS8

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