„Marktplatz“ in Dortmund: Nachhaltigkeit glaubwürdig voran bringen.

Dortmund, 05.09.2019. Erfolgreiche Fachtagung von Treibern für nachhaltiges Investieren

Erstmals in der neu gestalteten Dortmunder Messe trafen sich am 5. September Finanzberater*innen, Produktanbieter und Vertreter*innen von NGOs beim „Marktplatz Nachhaltige Investments“. Die tragenden Partnerorganisationen – darunter auch das Beraternetzwerk ökofinanz-21 – setzten damit zum 6. Mal die Reihe der jährlichen Fachtreffen rund um Nachhaltige Lösungen und Marktentwicklungen fort.

In mehreren Panels und Workshops tauschten die Teilnehmer nicht nur Neuigkeiten aus. Es ging vor allem, wie mit nachhaltigem Investieren Wirkung erzielt werden kann. Immer mehr Akteure am Finanzmarkt entdecken die Nachhaltigkeit für ihr Marketing, oft wenig fundiert und glaubwürdig, wie die Fachjournalistin Susanne Bergius in ihrem Beitrag ausführte. Die Welt sähe anders aus, wenn hinter vielen wohlfeilen Deklarationen auch eine tatsächliche Wende stünde, so ihre Zwischenbilanz.

Aktuell werden die Wege zur Umsteuerung der Finanzströme auch auf politischer Ebene debattiert, angestoßen durch den Aktionsplan der EU für Sustainable Finance. Dr. Jean-Pierre Bußalb, Referatsleiter bei der BAFin, skizzierte die Pläne, wie der Umbau der Finanzwelt angegangen werden soll. Er geht davon aus, dass sich alle Akteure dazu erklären müssen, wie sie mit den Anforderungen an nachhaltige Werte und deren Auswirkungen (z.B. CO2-Fußabdruck) umgehen. Im Umkehrschluss müsse man künftig auch begründen, warum man dies nicht tue. (Die Präsentation seines Vortrags können Sie bei uns anfordern: info@oekofinanz-21.de)

Ob dies bereits der Durchbruch zum erhofften Mainstream ist, darüber wurde durchaus kontrovers diskutiert. Im gemeinsam von Gesa Vögele (CRIC e.V.) und Ingo Scheulen (ökofinanz-21 e.V.) moderierten Workshop ging es um die Taxonomie bei nachhaltigen Finanzen.

Die 200 Besucher und Aussteller sehen die erhöhte Aufmerksamkeit für ethische, soziale und ökologische Verantwortung als Chance. Dafür brauche es klare Haltung und Ausdauer. „Wir haben noch sehr dicke Bretter zu bohren,“ so ein Diskussionsteilnehmer.

Zum Abschluss der Fachtagung kamen zwei Vertreter der jungen Generation zu Wort. Wie schon in früheren Jahren begeisterte der 17-Jährige Jan Bretinger als „Botschafter für Klimagerechtigkeit“ über den Erfolg der weltweiten Bewegung „Plant for the planet“: 13,6 Milliarden Bäume sind bisher gepflanzt worden, weil sie wirksam und auf natürliche Weise CO2 speichern. Vor dem Abendbüffet appellierte Maximilian Reimers (Fridays for Future) an alle, besonders auch an die Finanzwelt, endlich und sofort zu handeln, um den Kollaps des Erdsystems zu verhindern.

Foto: (c) Joachim Vocke

 

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