Klimakonferenz in Madrid: Geht es endlich voran?

Vom 2. bis 13. Dezember 2019 treffen sich 29.000 Delegierte aus über 190 Staaten zur Weltklimakonferenz COP 25 in Madrid. Antonio Guterres eröffnete als UN-Generalsekretär das Treffen mit einem eindringlichen Appell: „Wenn wir nicht schnell unseren Lebensstil ändern, gefährden wir das Leben an sich.“

Über 30 Jahre nach der ersten World Climate Conference unter dem Dach der Vereinten Nationen wissen wir immer mehr und immer besser, wie sich das Erdklima durch menschliche Aktivitäten verändert. Wir kennen die Ursachen und die Verursacher.

Wir wissen genug, um zu handeln.

Die Globalisierung hat uns im reichen Norden bereichert. Sie hat viele ehemals kolonisierte Länder aus der Armut geführt. Dies geschah und geschieht aber nicht zuletzt durch die Ausbeutung der natürlichen Ressourcen. Kohle, Gas und Öl sind seit Jahrmillionen tief in der Erde gespeichert. Seit der Industrialisierung wird in steigendem Maß CO2 zur Energieerzeugung verbrannt und freigesetzt. Damit befeuern wir die Atmosphäre und bringen das Erdklima aus dem Gleichgewicht. Was das bedeutet, erleben wir heute schon. Im gemäßigten Mitteleuropa noch vergleichsweise wenig.

Das ist alles seit Langem hinlänglich bekannt. Unsere entwickelte energiereiche Art zu Wirtschaften hat die gewohnte Stabilität durcheinander gebracht. Inzwischen ist messbar und spürbar, dass dies zum Kollaps und zum Ende der menschlichen Zivilisation führen kann. Jedenfalls dann, wenn wir nicht schnell und gewaltig Umsteuern.

Die Wissenschaft liefert uns ständig neue und präzisere Daten über das, was passiert und passieren kann. Wann genau welche Kipppunkte erreicht sind, ist nicht exakt vorherzusagen. Die Menschheit stand ja noch nie vor solchen existentiellen Herausforderungen. Es handelt sich um Prozesse, die nach physikalischen Gesetzen ablaufen. Gegen die Physik kann man nicht wetten.

Wir können etwas gegen die Klimakrise tun. Noch.

Bei allem Bedrohlichen, was auf uns und unsere Kinder und Enkel zukommt, gibt es jedoch auch eine positive Aussicht: Wenn wir die Macht hatten und haben, das Klima zu verändern, dann haben wir auch die Mittel und die Möglichkeiten, die Prozesse umzukehren.

All das wissen wir. Jedenfalls können wir es wissen. Dann ist der nächste Schritt, auch die Dinge zu tun, die die Erderhitzung bremsen und aufhalten. Abgesehen von einigen Ignoranten wissen das auch diejenigen, die in Staaten und Wirtschaft Entscheidungen treffen. Entscheidungen, die zum Teil erst in einigen Jahrzehnten Wirkung zeigen.

Immer größer werdende Teile der Wirtschaft und der Gesellschaft handeln schon. Wir brauchen Ermutigung und verbindliche Regeln. Das forderten am 29.11. über 600.000 Menschen allein in Deutschland in über 500 Orten. Selbst in der Finanzwelt kommt inzwischen an, dass die Geldmittel umgelenkt werden müssen.

Es wird nicht einfach. Es wird Konflikte geben. Unvermeidlich. Gerade wir im wohlhabenden globalen Norden müssen die Komfortzone verlassen. Sonst wird das nichts. Wenn wir jetzt nichts ändern, wird nichts bleiben, wie es ist.

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