Echt jetzt: Nachhaltig beraten und anlegen. – Nachlese von Erfurt

Über 50 Berater*innen und Gäste waren der Einladung zur Herbsttagung nach Erfurt gefolgt. Das Augustinerkloster verbindet die alte restaurierte Architektur mit modernen Elementen, war also das passende und angenehme Ambiente. Es ging ums Nachdenken über eine nachhaltige Wirkung von Geld und Finanzen.

Den Auftakt bildete ein Roundtable mit Expert*innen: Der Fachjournalist Jörg Weber (3. von links) berichtete über seine 20-Jährige Arbeit Herausgeber des Info-Portals ecoreporter.de. Seit 1999 wird der Markt nachhaltiger Geldanlagen erfasst und analysiert. Mit eigenen Recherchen werden Analysen erstellt und zu einzelnen Anlageprodukten Analysen und Kurzberichte erstellt.

Roland Kölsch (4. v. l.) zeigte am Beispiel des FNG-Nachhaltigkeitssiegels, wie in einem offenen mehrstufigen Verfahren ermittelt wird, wie nachhaltig ein Investmentfonds tatsächlich ist. Interessenkonflikte sollen weitestgehend ausgeschlossen sein. Deshalb hat das Forum Nachhaltige Geldanlagen (FNG) dafür eine eigene Qualitätssicherungsgesellschaft gegründet, die als Prüfinstanz eine Forschungsgruppe der Uni Hamburg beauftragt. Die Nachfrage und die Beteiligung am Siegel sei deutlich gestiegen. Dies werde sich am 28.11. bei der 5. Siegel-Vergabe zeigen. (Wir werden berichten.)

Die Geschäftsführerin Gesa Vögele (1. v. l.)erläuterte die Grundsätze und das Engagement des Vereins CRIC. Hinter dem Kürzel verbirgt sich eine Interessengemeinschaft für Ethik und Nachhaltigkeit bei der Geldanlage. Zusammen mit dem anderen Verbänden (darunter ökofinanz-21) treibt CRIC den von der EU angestoßenen Prozess für Sustainable Finance voran.

Oliver Fischer (2. v. l.)erläuterte für das Fondsmanagement von Hauck & Aufhäuser (Schweiz), wie man dort an die komplexen Fragen der Nachhaltigkeitsbewertung herangeht. Auch er sieht es als Herausforderung, dass sich die Branche mit Kontroversen befassen und eine klare Haltung haben muss. Gerade wegen des hohen Anspruchs unterstütze seine Gesellschaft auch das Beraternetzwerk ökofinanz-21.

Mitglieder und Gäste stellten mit zehn Kurzbeiträgen Aktivitäten und Neuerungen bei der nachhaltigen Anlageberatung vor. Dieses Format kam bei den Teilnehmer*innen gut an und soll in Zukunft fortgesetzt werden.

Der erste Tag fand seinen Ausklang bei gutem Essen und guter Stimmung im „Goldenen Schwan“.

Intensiver Austausch bestimmte den 2. Tag. Die Arbeitsgruppe „Werte und Kriterien“ präsentierte die Eckpunkte für das Selbstverständnis des Netzwerks. Diese Ergebnisse und viele Anregungen diskutierten die Teilnehmer*innen in kleinen Gruppen. Daraus ergaben sich Anstöße und Aufträge für die weitere Entwicklung.

Weiter geht’s auf der Frühjahrstagung am 19. und 20. März 2020 in Würzburg.

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