Durchbruch in Brüssel für nachhaltige Finanzen

Die Verhandler aus dem Europäischen Parlament, dem Rat und der Europäischen Kommission haben sich am 7. März 2019 auf einen “Verordnungsvorschlag zur Offenlegung von Informationen über nachhaltige Investitionen und Nachhaltigkeitsrisiken” geeinigt. Kurz vorher sah es noch nicht danach aus. Vor allem aus Deutschland gab es Widerstände dagegen, dass alle Akteure an den Finanzmärkten ihre Kriterien der sozialen, ethischen und ökologischen Nachhaltigkeit und deren Wirkung (Impact) offenlegen sollen, nicht nur diejenigen, die sich bisher schon dazu bekennen.

Denn die Initiative der Kommission für einen Aktionsplan Sustainable Finance sieht vor, den Gesamtmarkt weiter zu entwickeln. Sven Giegold, finanzpolitischer Sprecher der Eurpäischen Grünen saht dazu: „Mehr Transparenz über die tatsächliche Nachhaltigkeit von Finanzprodukten stärkt das Vertrauen in den jungen Markt und schiebt schädlichem Greenwashing den Riegel vor.“ Im Unterschied zu anderen Handlungsfeldern auf europäischer Ebene sehen wir diese Aktivitäten grundsätzlich positiv – bei aller Kritik im Detail, die wir bereits 2018 mit anderen vorgetragen haben.

Der Weg bis zur Umsetzung ist jedoch lang und manche Barrieren sind noch ausräumen. Vereinfacht gesagt geht es um nicht weniger als die Verpflichtung auf das Gemeinwohl – vor dem Primat der Profitmaximierung. Es verwundert nicht, dass es erhebliche Widerstände gibt, aus einzelnen EU-Mitgliedsstaaten und aus der so genannten Finanzindustrie.

Wenn jedoch die vereinbarten Ziele zur Nachhaltigen Entwicklung der Agenda 2030 keine unverbindlichen Verabredungen bleiben sollen, dann müssen alle, die mit Geld etwas bewegen, dazu einen wirksamen Beitrag leisten. Wirksam und nachprüfbar. Das Signal aus der EU ist dazu eine ermutigende Ansage.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.